„JA zu einer Zukunft mit freien Flächen!“
Am kommenden Sonntag, den 23. Oktober wird die Erlanger Bevölkerung in einem Bürgerentscheid über das Gewerbegebiet G6 in Tennenlohe abstimmen.
Der Bund Naturschutz (BN) ruft alle Erlanger dazu auf, an der Abstimmung teilzunehmen und das geplante Gewerbegebiet abzulehnen
Sagen Sie NEIN zum weiteren Flächenfraß!
Denn das Karussell des Landverbrauchs darf sich auch in Erlangen nicht ständig weiterdrehen, so dass kommenden Generationen immer weniger Entscheidungsspielräume bleiben.
Der Erlanger BN setzt sich schon seit Jahren für einen sparsamen Umgang mit Flächen ein und fordert eine Verpflichtung zum flächensparenden Bauen (z.B. mehrgeschossige Bebauung) sowie den Vorrang für Flächenrecycling, Nachverdichtung und Umnutzung im Rahmen eines gesamtstädtischen Flächenmanagements. Ziel muss es sein, keine neuen Flächen zu bebauen oder in dem Maß des Neubaus an anderer Stelle versiegelte Flächen zu renaturieren.
Der Bund Naturschutz hat sich frühzeitig gegen die vorliegende Planung ausgesprochen. Denn fruchtbarer Boden ist und bleibt ein unvermehrbares Naturgut und jede neue Bebauung schränkt den Lebensraum unserer Kinder und Kindeskinder weiter ein. Mit der geplanten Baufläche würde erneut größtenteils landwirtschaftlich genutztes Land verloren gehen und damit die regionale Produktion von Nahrungsmitteln reduziert. Auch der Bayerische Bauernverband wendet sich aktuell gegen den zunehmenden Landfraß.
Bündnis zum Flächensparen – auch Erlangen muss einen Beitrag leisten
2003 haben das Umwelt- und das Innenministerium in Bayern gemeinsam mit über 40 Partnern, darunter auch der BN, ein Bündnis zum Flächensparen ins Leben gerufen. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich alle Partner zu einer deutlichen Reduzierung des Flächenverbrauchs. Trotz dieser klaren Zielvorgaben auf höchster politischer Ebene gehört Bayern nach wie vor zu den traurigen Spitzenreitern unter den Bundesländern beim Flächenverbrauch.
Erst Anfang Oktober wurde bekannt, dass der tägliche Flächenverbrauch in Bayern für Siedlungs- und Verkehrszwecke im Jahr 2010 wieder stark gestiegen ist, nämlich auf 20,8 Hektar pro Tag. Dies ist eine Steigerung um 25% gegenüber dem Vorjahr (2009: 16,4 ha). In nur 17 Monaten summiert sich der bayerische Landschaftsverbrauch somit auf eine Fläche von der Größe der Stadt Nürnberg! Bei dieser Geschwindigkeit verliert Bayern, und auch Franken, Stück für Stück sein Gesicht.
Diese 208.000 m2 Flächenfraß pro Tag in Bayern im Jahr 2010 bedeuten Raubbau an unseren natürlichen Ressourcen – das Gegensteuern muss auch in der Stadt Erlangen stattfinden!
„Der hohe Flächenfraß ist und bleibt das Umweltproblem Nummer 1. Auch Ministerpräsident Seehofer ist gefordert, hier zu handeln. Während sich alljährlich Minister wie Joachim Herrmann oder Markus Söder für mehr Bodenschutz aussprechen, steigt der Flächenverbrauch an und unser Land verschwindet immer mehr unter Asphalt und Beton. Wir wollen endlich Taten sehen, damit auch in Zukunft bei uns noch gesunde Nahrungsmittel erzeugt werden und die Menschen Natur erleben können“, so die Erlanger BN-Vorsitzende Doris Tropper.