Verkehrsanbindung

Da es in Tennenlohe praktisch keinen nennenswerten neuen Wohnraum mehr geben kann, erhöht sich die Anzahl der heute ca. 50.000 Pendler nach Erlangen. Für den Bereich Tennenlohe muss man bei ca. 1000 weiteren Arbeitsplätzen mit erfahrungsgemäß mit weiteren etwa 800 Fahrzeugen rechnen. Dadurch werden die ungelösten Verkehrsprobleme vervielfältigt.

Die Zufahrt zum Wetterkreuz erfolgt heute ausschließlich über die Kreuzung Wetterkreuz/Sebastianstraße. Dort ist eine moderne Ampel installiert, die Fußgängern nur auf Anforderung grün erteilt und dadurch sehr kurze Gelb-Phasen und Umschaltzeiten hat. Diese Kreuzung hat bereits heute ein so hohes Verkehrsaufkommen, dass in den Stoßzeiten der Rückstau über die Brücke über die B4 bis auf die Einfädelung von der Ausfahrt Tennenlohe der Autobahn A3 reicht. Durch die DKV-Raststätte gleich neben dieser Kreuzung gibt es einen hohen Anteil an schweren und langen LKWs, die diese, auch wegen der Schräglage der Kreuzung, sehr langsam durchfahren.
Die Weinstraße ist im Osten nun über einen Kreisel an die B4 und die Kurt-Schumacher-Straße angebunden; dieser Kreisel hat die früheren Einfädelungsprobleme deutlich entschärft, aber zu Stoßzeiten staut sich auch hier das hohe Verkehrsaufkommen bis weit in die B4 aus Richtung Nürnberg zurück.
Die geplanten Maßnahmen (z. B. eine Rechtsabbiegespur in der Weinstraße) sind völlig ungeeignet, die Überlastung der Weinstraße und des Knotenpunktes Wetterkreuz / Sebastianstraße durch zusätzliches Verkehrsaufkommen nur annähernd zu beheben.

Wie wenig Möglichkeiten der Verbesserung der Verkehrsprobleme bleiben, zeigt die Argumentation der Befürworter des G6:

Unsere Einschätzung:
Die weiteren Planungen des Technologieparks Erlangen-Süd sehen zukunftsorientierte Lösungen für den Individualverkehr und ÖPNV vor. Insbesondere ist vorgesehen, die verkehrliche Situation am Wetterkreuz z. B. durch einen Kreisverkehr oder eine leistungsfähigere Ampelanlage deutlich zu verbessern.

Wenn es eine “leistungsfähigere Ampelanlage” gäbe, hätte man die schon längst dort installiert.
Wer einen Blick auf diese Kreuzung geworfen hat, kann sich dort die Realisierung eines Kreisels nur schwer vorstellen. Schon jetzt besteht innerhalb der Kreuzung eine erhebliche Steigung, die durch die Brückenrampe benötigt wird, und es existieren Gebäude, die eine Kreuzungserweiterung begrenzen.
(Google-Map zur Ansicht)

Weiter heißt es bei den Befürwortern:

Sollten im Raum Tennenlohe – Eltersdorf weitere, nennenswerte Verkehre hinzukommen, wäre die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes erneut zu überprüfen und ggf. darüber hinausgehende Maßnahmen erforderlich.

Das heißt, zur Zeit sind keine Maßnahmen vorgesehen, geschweige denn Mittel dafür bereitgestellt.

Die in einigen Plänen eingezeichnete Stadt-Umland-Bahn (StUB) ist bis jetzt vom Erlanger Stadtrat nicht beschlossen worden, es sind auch keine Mittel eingeplant.

4 thoughts on “Verkehrsanbindung

  1. Liebe Gegner,

    Sie können Doch solch ein Projekt nicht aufgrund der bestehenden Infarstruktur stoppen wollen. Wie kurzsichtig ist das denn ??!!
    Dann müssen halt Lösungen gefunden werden um dieses Problem zu lösen, aber den Technologiepark deswegen nicht realisieren zu wollen zeugt von Unvernunft!!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Franz Wack

    • Wer einer Recht haben will, ihm dafür aber die Argumente fehlen, kommt immer mit der Unvernunft der Anderen daher.

  2. Lösungen für die in der Tat bestehenden erheblichen Verkehrsprobleme müssten in der Tat gefunden werden. Plattform dafür wäre allerdings just das angestrebte formelle Verfahren, nämlich das Regelverfahren der Bebauungsplanaufstellung, gegebenenfalls eine vorgeschaltete städtebauliche Rahmenplanung, die nicht stattgefunden hat. Ungeachtet der allgemein in Erlangen gegebenenfalls wünschenswerten Ansiedlung von Technologischem Gewerbe sind in der bestehenden Planung sind diese Probleme jedoch nicht gelöst, Grund hierfür ist sicher auch die ungünstige Einfassung durch die mittelfristig nicht ausreichend qualitativ erweiterbare Weinstraße und andererseits das Landschaftsgebiet des Hutgrabens, das im Nadelöhr durchstossen werden müsste. Sinn und Zweck eines Bebauungsplanes ist es selbstverständlich eine alle Aspekte betreffene Gesamtlösung zu finden und nicht städtebauliche Tatsachen zu schaffen, deren Folgeprobleme vorerst nicht gutzumachen sind und erfahrungsgemäß auch später schwer heilbar sind. Dies zu berücksichtigen, ist m.E. alles andere als kurzsichtig oder unvernünftig, sondern entspricht vielmehr der Absicht des Deutschen Baugesetzbuches.

  3. Die Abstimmung über G6 betrifft nicht nur Tennenlohe, aber selbstverständlich hat sich auch der hiesige Ortsbeirat als Berater des Stadtrats mit dem Thema befasst. Die namentliche Abstimmung fiel mit 5:2 Stimmen klar gegen G6 aus.
    Jeder, der regelmäßig im Berufsverkehr steckt und sich ärgert, wird dieses Votum gegen das G6 verstehen. Inzwischen hat die Stadt 70.000 Einpendler, die brav ihre Einkommenssteuer bezahlen – irgendwo, aber eben nicht in Erlangen! Denn in Erlangen steht – wie aus der Presse bekannt – gar kein bezahlbarer Wohnraum mehr zur Verfügung!
    Und sicher würde es auch nicht bei den bisher angekündigten 1000 Arbeitsverlagerungen ins G6 bleiben. Hinzu kommt ein bereits ausgewiesenes, jedoch noch nicht bebautes Gewerbegebiet für 3500 Arbeitsplatzverlagerungen in der Nähe des Eltersdorfer Bahnhofs, das nicht mehr zu verhindern ist. Summa summarum dürfen wir dann wohl mit insgesamt 5000 Arbeitnehmern rechnen. Diese zusätzlichen Einpendler fallen nicht vom Himmel. Sie würden zum Teil über das Tennenloher Wetterkreuz kommen, das aber bereits jetzt überlastet ist. Sie würden über den Herzogenauracher Damm und weiter über Bruck und Eltersdorf nach Tennenlohe kommen. Sie würden über die Paul-Gossen-/Günther-Scharowsky- und Äußere Tennenloher Straße kommen. Sie würden über Sieglitzhof/Drausnick- und Kurt-Schumacher-Straße kommen.
    Wer mit “Ja” stimmt, dürfte sich dann auch nicht über mangelnde Verkehrsplanung beschweren. Mit dem Bürgerentscheid planen nun alle Bürgerinnen und Bürger mit!
    Auch über die drohenden Enteignungen wäre zu schreiben, über Flächenversiegelung, über Erschließungskosten, über den Eingriff in das Biotop Hutgraben, über den Verlust von Spaziergelände, über den demokratischen (?) Ablauf des Ratsbegehrens, über die Alternativflächen in allernächster Nähe, über die abschlägige Eignungsuntersuchung, über die Einmauerung des Ortsteils, aber das würde jetzt hier zu lang. :-)

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